B

Ab hier waren keine weiteren Bilder zulässig

Imkerbesuch bei der Industrie in Leverkusen und Monheim

Insektizide stehen in der Presse und bei Imkern unter Generalverdacht und in der Hitliste der schädlichen Faktoren für Bienen ganz oben. Wie sehen das aber die, die Insektizide erforschen, produzieren und vertreiben? Wie lauten die Argumente von der Industrie zum Bienensterben und lässt sich ein Motto wie: „Forschung für ein besseres Leben“ mit Giftausbringung und tödlichen Unfällen vereinbaren?

Einladung nach Leverkusen

Japanischer Garten mit Glückstor

Japanischer Garten mit Glückstor

Es gibt unterschiedliche Produzenten von Pestiziden, Fungiziden und Insektiziden – mitunter auch im Großraum Leverkusen. Hier einer Einladung folgend, wurde heute das dortige Programm zu Theorie und Praxis angegangen.

Eine Eröffnung stellte das Abschreiten verschiedener Stationen durch die Historie des Unternehmens dar. Kritische Aspekte und Zeitanschnitte wurden hierbei auch, allerdings rein mündlich erörtert.

Interessant war die Darstellung, wie mit einer abgemilderten Art sehr rascher Pflanzenzüchtung der in Deutschland vorherrschenden Skepsis zu Gentechnik begegnet wird.

Der Fokus dieser Auftaktrunde stellte im Wesentlichen auf die Sensibilisierung für eine Problematik ab, die sich aus einer wachsenden Weltbevölkerung mit einem zusätzlich steigenden Lebensanspruch und zugleich abnehmender Ackerfläche ergibt.

Hier wird das Heil in den Produkten und Lösungsansätzen des eigenen Hauses gesehen.

Gift in den Getreidesielos soll bspw. den Kornkäfer wirksam töten und Ernteverluste von derzeit um die 40 % verringern. Pflanzenschutzmittel sollen auserlesenen Gewächsen eine unbeschwerte Entwicklung bieten. Forschung in den Bereichen der Pflanzenentwicklung soll die Effizienz neuer Sorten selbst unter sich rasch verändernden Wetterbedingungen sicherstellen.

Die Lösung sollen Forschung und Einsatz von Chemie bieten.

Die Besichtigung der Unternehmensgalerie endete mit einem Besuch eines Japanischen Gartens. Diese sehr repräsentative Anlage ist stellt etliche Exponate und betagte Bäume eindrucksvoll aus. Bei herrlichem Wetter wirkten die Wasserspiele und zahlreichen fremdländischen Gewächse wahrlich paradiesisch.

Abstecher nach Monheim

Japanischer Garten Leverkusen

Japanischer Garten Leverkusen

In Monheim wird der durchaus sportliche Versuch angetreten, Chemie und Natur in gewisser Weise zu versöhnen. Der besondere Spagat besteht unter anderem in der Aufgabe, einzelne Tiere wie bspw. Varroa zu töten, andere jedoch am Leben zu lassen – in diesem Fall Bienen. An einigen Stellen sind hier Erfolge zu verzeichnen, an anderen müssen Unfälle beklagt werden.

Deutlich wurde, dass die Chemische Industrie derzeit dicke Bretter mit der Politik zu bohren hat, da neue Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel Zulassungsanforderungen bedingen, die wirtschaftlich nicht zu erfüllen sind. Hier ist die Industrie anderes gewohnt und steht wie es scheint vor einer ungewohnten Situation der Rechtsunsicherheit. Mutmaßlich wird ein Weg gefunden oder eine Brücke gebaut, doch der aktuelle Schreck wird gewiss seine Spuren hinterlassen.

Die Sensibilisierung der Menschen im Zusammenhang mit den speziell für Insekten hochgiftigen Neonikotinoiden, dem Unkrautvernichter Glyphosat mit seinen Nebenwirkungen sowie weiteren industriellen Erzeugnissen ist bei der Politik derzeit hoch im Kurs. Bienen werden hier als universeller Grund ins Felde geführt. Erschreckend ist die Realitätsferne vieler Menschen, welche sich aus dem Anspruch niedrigster Konsumentenpreise und der Klage über den Einsatz von Chemie und Monokulturen ergibt. Weiter verkomplizierend kommt der Betriebswirtschaftliche Blick der Landwirtschaft hinzu, welche in dieser sich wiederstrebenden Nachfragereinstellung noch einen Profit erzielen muss.

Fazit

Es bleibt ein merkwürdiges Gefühl zurück. Alternativen Wegen wie dem biologischen oder gar biologisch dynamischen Landwirtschaftlichen Ansatz wird unter Hinweis auf mangelnden Ertrag dieser Anbauweisen und die derzeit bei dieser Anbauform angeblich greifenden „Inselvorteile“ (die Konventionellen spritzen alles Böse weg und die Biobauern nutzen die sich daraus ergebenden Vorteile im gereinigten „Windschatten“) eine Abfuhr erteilt. Es scheint jedoch offen, ob eine weitere Spezialisierung in „Feldindustrie“ tatsächlich unter Einrechnung aller Kosten günstiger ist als eine zunächst mal hochpreisige weil arbeitsintensivere alternative Anbauweise mit weniger bzw. keinem Chemie Einsatz.

Genau so steht die Betrachtung auch bei den Bienen und ihren Imkern an. Die aktuell fast schon zwanghafte Behandlung gegen Varroa, den Beutenkäfer oder andere Schädlinge mag unabdingbar bei einer ertragsoptimierten Imkerei wirken, zur Diskussion alternativer Wege sollte allerdings nicht Mut gehören müssen.

Begrüßenswert ist die Anstrengung, die seitens der Industrie für ein besseres Leben unternommen werden. Erfreulich wäre es, wenn mit weniger Chemie ähnlich viel Geld zu erwirtschaften und Einfluss zu nehmen wäre. Vielleicht wären dann einige Anstrengungen seitens der Industrie wie auch der Imker überhaupt nicht nötig und man könnte sich eines besseren Lebens erfreuen.

 

, , , , ,

No comments yet.

Schreibe einen Kommentar

Bitte achten Sie auf ausreichend Futter für die Bienen nach der Honigernte! Verstanden

Clicky